
Der 27. Januar, der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurde an der Nelly-Sachs-Schule in diesem Jahr mit großer Ernsthaftigkeit, spürbarem Respekt und bemerkenswertem Engagement begangen. Im gesamten Schulhaus fanden Aktionen statt, die Raum für Erinnerung, Innehalten und Gespräch eröffneten – getragen von dem gemeinsamen Bewusstsein, dass Erinnerungsarbeit eine zentrale Aufgabe von Schule und Gesellschaft ist.
Besonders hervorzuheben ist der verantwortungsvolle und würdevolle Umgang aller Beteiligten mit diesem sensiblen Thema. Die Organisatorinnen und Organisatoren haben mit viel Einsatz, Sorgfalt und pädagogischem Feingefühl Aktionen vorbereitet, die nicht belehrend, sondern anregend wirkten und Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken einluden. Die gezeigten Fotos dokumentieren eindrucksvoll diese Momente des gemeinsamen Innehaltens, der Auseinandersetzung und der stillen Aufmerksamkeit – sie halten fest, was Worte allein oft nicht ausdrücken können.
Gleichzeitig wurde deutlich: Erinnerungsarbeit darf und kann nicht auf einen einzigen Tag beschränkt bleiben. Der 27. Januar ist ein wichtiger Anlass, aber er kann nur ein Ausgangspunkt sein. Entscheidend sind die Gespräche im Nachgang – zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schülern, im Unterricht, in Tutorenstunden und immer wieder auch darüber hinaus. Nur durch kontinuierlichen Austausch und wiederkehrende Auseinandersetzung kann eine nachhaltige Erinnerungskultur entstehen.
Diese nachhaltige Arbeit ist Voraussetzung für eine Gesellschaft, die zentrale Werte lebt und weitergibt: Respekt, Toleranz, Menschlichkeit, Empathie, Verantwortung, Zivilcourage und demokratisches Bewusstsein. Werte, die nicht selbstverständlich sind, sondern gelernt, reflektiert und immer wieder neu verteidigt werden müssen – auch und gerade im schulischen Kontext.
Ein besonders wichtiges Beispiel für gelebte Verantwortung, freiwilliges Engagement und nachhaltige Erinnerungsarbeit zeigte der Geschichtskurs von Frau Südmeyer (MSS 12). Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages besuchte der Kurs bereits am Abend des 26.01.26 im Cinema Quadrat Mannheim den Dokumentarfilm „Das Ungesagte“. Der Film stellt die Perspektiven von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in den Mittelpunkt, die den Nationalsozialismus bewusst erlebt haben, und verleiht ihren Erinnerungen Raum und Gewicht. Der Kinobesuch bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv mit diesen persönlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen und die Bedeutung des Erinnerns an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu vertiefen.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Tag vorbereitet, begleitet und mitgetragen haben – ebenso wie jenen, die sich auch über diesen Anlass hinaus kontinuierlich für Erinnerungsarbeit, Aufklärung und Werteerziehung einsetzen. Dieses Engagement ist unverzichtbar und prägt unsere Schulgemeinschaft nachhaltig.
Abschließend bleibt eine Botschaft, die über diesen Tag hinaus Gültigkeit hat und uns alle betrifft:
Erinnern heißt Haltung zeigen – heute und jeden Tag. (Gia)







