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„Gemeinsam Leben“ – ein „Tag im Rollstuhl“

 

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Vom 14. bis 15.05.2018 besuchten uns im Rahmen des klassenübergreifendes Projektes „Gemeinsam Leben“ an der Nelly-Sachs-IGS die beiden Herren Holger Kranz und Herr Heiko Striehl im Auftrag der Deutschen Stiftung für Querschnittlähmung.

Sie kamen aber nicht alleine, sondern hatten 30 normale und 8 Rugby-Rollstühle sowie zahlreiche weitere Utensilien für unser Rollstuhl-Projekt in Klasse 6 im Gepäck. Da die Rollstühle in der Turnhalle erst zusammengesteckt werden mussten, konnten wir dabei gleich mithelfen.

Dieses Projekt sollte uns sechsten Klassen zeigen, wie es überhaupt dazu kommt, dass man (plötzlich) im Rollstuhl sitzt. Und welche Schwierigkeiten einem im Alltag begegnen, wenn man daran „gefesselt“ ist.

Am Anfang sprachen wir mit Herrn Kranz über Krankheiten, Infektionen und Amputationen, die ein Leben im Rollstuhl zur Folge haben können. Danach führte uns Herr Kranz vor, was wir beachten müssen, wenn wir im Anschluss selbst Rollstuhl fahren ausprobieren wollen. Bei vielen praktischen Übungen lernten wir mit dem Rollstuhl vorwärts und rückwärts zu fahren. Auch das Umdrehen ist sehr wichtig, z.B. um sich in Aufzügen umdrehen zu können. Herr Kranz beobachtete uns dabei und half uns mit weiteren Tipps aus unseren Fehlern zu lernen. Bei einer Rollstuhl-Staffel traten wir gegeneinander an. Jedes Team bestand auf fünf Kindern im und fünf Kindern hinter dem Rollstuhl.

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Jedes Team bekam in Punkte, um auf Zeit vorwärts und rückwärts zu fahren oder Gegenständen (Kissen, Stab, Kissen & Stab) zu transportieren, ohne dass sie herunterfallen. Mit jeder neuen Runde wurden die Übungen komplizierter/anspruchsvoller. Das war sehr anstrengend, aber machte auch unglaublich viel Spaß. Spielerisch gewöhnte man sich überraschend schnell an den Rollstuhl.

Danach wurde es noch anspruchsvoller. Herr Kranz hatte für uns einen Rollstuhl-Parcour wie im öffentlichen Verkehr aufgebaut. Herr Kranz erklärte zunächst, wie man ihn bewältigt. Die Strecke mit Hindernissen bestand zunächst aus einer Minirampe, einen Rückwärts-Slalom und einer Geschicklichkeitsübung, bei der man mit einem Kochlöffel ein Holz-Ei transportieren musste. Anschließend wurde es noch schwieriger, denn über einen nachgebauten Bürgersteig, ging es über ein sperriges Brett und zum Schluss noch über eine große Wippe. Das war alles gar nicht so leicht wie zunächst erwartet. Das Hindernis-Fahren muss man erst einmal üben. Das Überwinden von Steigungen ist besonders anstrengend, vor allem für die Arme.

 

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Zum Schluss spielten wir Rollstuhl-Rugby unter der Anleitung unseres Schiedsrichters Herr Heiko. Er selbst sitzt selbst schon ziemlich lange im Rollstuhl. Er erklärte uns zunächst die Regeln und gab uns Anweisungen für unsere Sicherheit. Die Rugby-Rollstühle sind teure Spezialanfertigungen, die besonders stabil sein müssen, damit sie beim Zusammenstoßen nicht kaputtgehen. Sie sehen sogar anders aus. Sind insgesamt flacher und breiter, damit man nicht umfällt im ziemlich schnellen Spiel. Anschließend teilte er uns in vier verschiedene Teams ein. Nach einem aktiven Tag hatten wir mit Herrn Heiko noch ein Abschlussgespräch, bei dem er uns erklärte, warum er selbst im Rollstuhl sitzt.

 

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Für uns war dieser Montag ein sehr schöner Tag. Wir haben gelernt, dass man auch jede Menge Spaß haben kann, wenn man in einem Rollstuhl sitzt. Menschen, die im Rollstuhl sitzen, sollte man hilfsbereit und respektvoll begegnen.

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